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| MX Profi Stefan Everts auf KTM |
OÖN: Sie sind nicht nur Chef von KTM, sondern auch an Zulieferbetrieben beteiligt. Welche Trends erkennen Sie auf der IAA?
Stefan Pierer: Thema Nummer eins ist der Verbrauch bzw. der CO2-Ausstoß. Diese beiden Punkte werden die Autoindustrie in den kommenden Jahren prägen. Ich persönlich glaube, dass es mittelfristig in allen Segmenten zu einer Totalhybridisierung kommen wird. Downsizing ist ebenfalls ein großes Thema – bei den Motoren, bei der Fahrzeuggröße und beim Gewicht. Bis das Elektroauto da ist, wird es allerdings noch dauern.
OÖN: Wie weit ist KTM bei der Elektromobilität?
Pierer: Erste Prototypen haben wir bereits vorgestellt. In die Vorserie gehen wir nächstes Jahr. Bei KTM beginnt die Elektromobilität im Sportbereich. Gerade beim Motocross sind Lärm und Abgase ein großes Thema. Lautlose, emissionsfreie Maschinen könnten den Motocross-Markt regelrecht revolutionieren.
OÖN: Stichwort Markt: Wie hoch ist der krisenbedingte Einbruch im Zweirad-Segment?
Pierer: Dramatisch ist die Lage in den USA und in Spanien, wo das Minus bis zu sechzig Prozent beträgt. In Nordamerika erwischte es die japanischen Hersteller besonders. Bei BMW, Ducati und KTM läuft es dort besser. Im EU-Durchschnitt brach der Markt um etwa 20 Prozent ein. Jetzt dürften wir allerdings den Boden gefunden haben, die Märkte scheinen sich zu stabilisieren.
OÖN: Ist ein Ende der Krise bereits in Sicht?
Pierer: Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich mit einer Prognose noch sehr vorsichtig.
OÖN: KTM hat die Kurzarbeit aber früher als geplant beendet.
Pierer: Ja, wir konnten die Lager schneller als erwartet abbauen. Und mit dem Bestellungseingang sind wir einigermaßen zufrieden.
OÖN: Sie fertigten in Ihrem besten Jahr – 2007 – mehr als 90.000 Motorräder. Wie viele werden es heuer sein?
Pierer: Rund 65.000.