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ABS der Kawasaki Z1000SX eine gefährliche Fehlkonstruktion?

23.11.2011
Leserbrief: Ein Tag wie aus dem Bilderbuch, eine Passtrasse in der Schweiz. Sie ist wie viele andere in den Alpen, leicht buckeliger Asphalt, aber ansonsten nichts besonderes.
2011-Kawasaki-Z1000SX-Tank
Antwort im nächsten Reitwagen ?

Es geht mit ca. 100 km/h bergab auf eine Rechtskehre zu. Ich Ü40 und Vater zweier Kinder bremse sportlich spät, aber noch lange nicht am Limit. Mist, das ABS reduziert die Bremsleistung! Mindestens 10 Meter verschenkt. Fühlt sich nach Rollsplitt an, das wird knapp werden. Und tatsächlich reicht es nicht, sondern es endet geradeaus in der Felswand. Die Restgeschwindigkeit war nur noch gering, und da kein Gegenverkehr kam, bin ich nahezu unverletzt geblieben. Ich stehe in der Kehre und wundere mich: Mein Vordermann auf einer BMW R 1200 GS hatte keine Probleme mit seinem ABS und bleibt hinter der Kurve stehen, mein Hintermann auf einer Triumph Tiger, auch mit ABS, kann sogar noch vor der Kehre anhalten. Wir gehen die Straße ab, sie ist trocken und sauber. Ich schüttle verwundert den Kopf und sage den Beiden, dass ich mich auf kein Motorrad mehr setze, bis ich das hier verstanden habe.


Nun erscheint mir plötzlich ein Vorfall einige Wochen zuvor in einem anderen Licht. Publikumsfahren auf dem Salzburgring, ich fahre mit ca. 250 km/h auf trockenem Asphalt auf die Schikane zu, will bremsen, aber es bremst erst mal nur leicht - fühlt sich nach Rollsplitt an! Dass ich die Schikane trotzdem bekommen habe, zeigt abermals, dass ich nicht am absoluten Limit fahre. Damals dachte ich, dass halt noch die Reifen zu kalt waren, oder was auch immer.  Einen weiteren, ähnlichen Vorfall am Saisonbeginn , ebenfalls auf trockener und sauberer Straße mit harmlosem Ausflug ins Grüne schob ich damals auf einen Fahrfehler meinerseits. Heute weiß ich es besser und möchte mit meiner Schilderung andere warnen.
 
Diese ABS ist meiner Ansicht nach aus zwei Gründen lebensgefährlich:


1. Bei schnellem Druckaufbau am Beginn der Bremsung und einem auch nur kleinen Reibwertsprung dauert es viel zu lange, bis der volle mögliche Bremsdruck wieder erreicht wird.

 

2. Regelt das ABS, fühlt sich das an wie Rollsplitt. Niemand wird in dieser Situation die Bremse lösen und einlenken, obwohl es wahrscheinlich möglich wäre.
 
Ich habe vor ein paar Wochen eine Probefahrt mit der Ducati Multistrada durchgeführt und das ABS auf trockenem und sehr buckeligem Asphalt sehr kritisch getestet. Ergebnis: Ich bin begeistert, schnelle Regelung und niemals das Gefühl auf Rollsplitt zu fahren.


Vor ein paar Tagen bin ich von einer 3000km Tour auf einer BMW R 1200 GS durch Marokko zurückgekehrt. Ergebnis: Das ABS gefällt mir nicht ganz so gut, wie das der Multistrada, aber es ist völlig in Ordnung und sicher nicht lebensgefährlich.
 
Ich hatte natürlich Kontakt mit Kawasaki Österreich, da ich die die Reparaturkosten nach meinem Unfall erstattet haben wollte. Nach Rücksprache mit der Europazentrale lehnte man eine Kostenübernnahme mit der Begründung ab, dass kein Konstruktionsmangel vorliege (ich sei zu schnell gefahren, die Straße ist schuld, Testberichte sind gut usw. usf.). Ich hingegen habe den Eindruck gewonnen, dass dieses ABS von Kawasaki nicht dem Stand der Technik entspricht, sondern im Gegenteil lebensgefährlich ist.
 
Roland Berktold


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